Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

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Tabak (Nicotiana tabacum) - Signaturenlehre

Aufrichtung, Erwärmung, Präsenz

Signaturenlehre-Tabak-Tabacum-gr.jpg Abb: Tabak (Nicotiana tabacum)

Signatur:
Die Tabakpflanze gehört in die Familie der Solanaceae, der Nachtschattengewächse, zu denen auch die Tomate, die Kartoffel und die Tollkirsche gehören. Es sind über 100 Arten der Tabakfamilie bekannt. Der am meisten genutzte ist der rosablühende virginische Tabak, der seit dem 16. Jahrhundert in Südamerika angebaut wird. Der Wurzelstock besteht aus einer kräftigen, spindeligen Hauptwurzel von mäßiger Länge und zahlreichen stark verzweigten, aber nicht weit ausladenden Nebenwurzeln. Der Stängel wächst aufrecht. Er wird durchschnittlich zwei Meter hoch und verzweigt sich erst im oberen Teil durch die sogenannten „Geize“ an den oberen Blattansätzen. Die großen Blätter stehen am Stängel und an den Ästen in schraubenartiger Anordnung. Sie sind im Umriss, je nach Sorte lanzettförmig bis herzförmig rundlich, können spitz oder stumpf sein und haben oft am Stielende „Ohren“. Die Tabakpflanze braucht viel Licht und Wärme.

Der virginische Tabak hat rosarote Blüten mit 5 Blütenblättern. Sie entfalten sich an der Spitze der teilweise pyramidenförmig wachsenden Pflanzen und bilden dann lange Blütenkelche aus, die wechselständig an Stielen dem Stängel entwachsen. Die Blätter dieser „Pyramiden“ sind lang, gewinkelt und gewellt. Es gibt auch Pflanzen  Formen, die eher kugelig aussehen mit breiten ebenen Blättern, deren Blüten dann kurze, glockenförmige Blütenkelche ausbilden.

Aus der Signatur können wir einen sicheren aufrechten Stand als Wesensmerkmal erkennen und die Kapazität ermessen, wie die Pflanze mit ihren großflächigen Blättern Licht, Wärme aufnehmen und bewahren kann. Tabakblätter fühlen sich trocken und warm an. Wenn sie älter werden, zentralisieren sie diese Lebenskraft im Inneren und werden an den Rändern trocken und färben sich gelb.

Tradition:
Die Tabakpflanze stammt ursprünglich aus Amerika. Sie wurde ähnlich wie die Coca Blätter gekaut, als Pulver geschnupft oder als Saft gekochter Blätter getrunken. Ebenso wurde Tabak geraucht, indem man die getrockneten Blätter mit Maisblättern umwickelte und sie in eine Pfeife stopfte. Der Tabakkonsum war bei den Indianern häufig in einen zeremoniellen Ritus eingebunden. Denken wir an den Begriff der „Friedenspfeife“. Auch wurden die Blätter zu medizinischen Zwecken gebraucht als Mittel bei Erbrechen und als Abführmittel. Geschnupft wurde es gegen Kopfschmerzen. Die frischen Blätter fanden zur Wundbehandlung Anwendung.

Die Entdecker Amerikas und die nachfolgenden Expeditionen lernten von den Indianern deren Rauchsitten und damit die Tabakpflanze kennen und so brachten rauchende Matrosen den Tabak Anfang des 16. Jahrhunderts nach Europa. Dort wurde er rasch eine begehrte Handelsware, die sich schnell über die ganze Welt verbreitete. Der Gesandte Jean Nicot brachte um 1560 die Tabakpflanze aus der Hafenstadt Lissabon an den französischen Hof, wo sie als medizinisches Allheilmittel für vielerlei Beschwerden und Krankheiten rasch Karriere machte. Nach Nicot wurde die Tabakpflanze später „Nicotiana“ benannt und ihr alkaloider Hauptwirkstoff „Nicotin“.

Um 1600 galt Tabak als eines der bestwirksamen Heilmittel und wurde neben dem Inhalieren auch in Salben, Pasten, Lösungen und Tinkturen als Arzneimittel verwendet. Geschätzt wurden vor allem die  anregenden Wirkungen auf Geist und Gemüt, wie zunehmende Konzentration. Aktivierung der Lebenskräfte und Erfrischung der Sinne. So stieg Tabak in der Weltmetropole London zur Kultdroge auf und setzte seinen Eroberungszug als Genussmittel fort. Um den Anbau und Handel von Tabak einigermaßen kontrollieren zu können und ihn zu legalisieren beteiligte sich die Staatsgewalt an dem Gewinn in Form der Tabaksteuer. Mit der industriellen Massenfertigung von Zigaretten gelang dem Tabak endgültig der Durchbruch zur „Volksdroge“ für breite Schichten der Gesellschaft.

Die WHO konnte sich schließlich durch großangelegte Studien, welche die Schädlichkeit von Nikotin dokumentieren soweit durchsetzen, dass inzwischen in Amerika Ende des 20. Jahrhunderts Rauchverbote eingeführt wurden. Es folgte Irland 2004 als erstes europäisches Land mit umfangreichen öffentlichen Rauchverboten. Inzwischen gelten in fast allen europäischen Ländern Rauchverbote unterschiedlicher Ausprägung.

Tabak enthält Nicotin, ein starkes Gift, das schwere Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Schwindel und Herzklopfen auslöst. Wurde die Droge früher bei Verstopfung, bei Koliken sowie als Klistier bei Wurmerkrankungen in der Volksmedizin eingesetzt, so ist diese Art der arzneilichen Nutzung inzwischen aufgrund der Giftigkeit obsolet. Jedoch hat sie für die Homöopathie inzwischen größere Bedeutung gewonnen. Aus den Arzneimittelprüfungen am Gesunden und aus der Erfahrung vieler Homöopathen sind die Leitsymptome hauptsächlich folgende: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, schwacher Kreislauf bis Kollaps, Herzunregelmäßigkeiten und periphere Durchblutungsstörungen.

Vorkommen:
Heimisch ist der Tabak in Südamerika. Er wächst in warmen und gemäßigten Zonen, wo er heute verbreitet angebaut wird.

Inhaltsstoffe:
Nicotin (0,08-9%), Nornikotin und weitere Pyridinalkaloide, ferner Betain, Asparagin, Allantoin, Kaffeegerbsäure sowie verschiedene Enzyme und Nitrate (bis 10%). Pharmakologisch wurde das Gift Nicotin wissenschaftlich erschlossen: Es erregt wie Acetylcholin die Rezeptoren des Parasympathicus. Im ZNS ruft Nicotin in mittlerer Dosierung Tremor, sowie Atemstimulation hervor, in toxischen Dosen zeigt sich die Umkehrwirkung in Krämpfen und Atemlähmung. Die letale Dosis liegt bei 1mg/ kg. Nicotin besitzt ein nachweisbares Suchtpotential.

Indikationen:
Tabacum hat in der homöopathischen Darreichung einen erfrischenden und belebenden Effekt auf Geist und Gemüt. Es erhöht die Konzentration und Wahrnehmung der Sinnesreize. Es führt zu einer Stimmungsaufhellung, vor allem bei Verdrossenheit und Schwermut. Es vermag die Seele aus einem totalen Rückzug aus Verunsicherung oder gefühlter „Ohnmacht“ zu befreien.

Erbrechen, Übelkeit, Sterbenselendigkeit, Kollaps mit Blässe und kaltem Schweiß. Zittern, Gliederkälte, Aussetzen des Pulses, Angina pectoris, Schmerzen im linken Arm. Todesangst. Aber auch bei Migräne und Nierenkolik hilfreich. Bewährt bei der Cholera mit eiskaltem Körper. Hilfreich bei cerebralen Durchblutungsstörungen, ebenso bei  Schwindel und Menière. Auch bei Morbus Raynaud und digiti mortii erfolgreich. Es lohnt auch, das Mittel bei Reisekrankheit anzuwenden. In der Raucherentwöhnung kann man es erfolgreich in höheren Potenzen gebrauchen.

Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon:
In der Kategorie Signaturenlehre steht Ihnen eine breite Auswahl an Heilpflanzenbeschreibungen zur Verfügung. Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und erweitert.

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