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Stiefmütterchen (Viola tricolor) - Signaturenlehre

Verletzlichkeit, Kindlichkeit, Reinheit

Signaturenlehre-Stiefm__tterchen-Viola tricolor-gr.jpg Abb: Stiefmütterchen (Viola tricolor)

Wesen:
Im Anschauen sehen wir fünf schlanke grüne Kelchblätter, die fünf bunte Blütenblätter tragen. Das unterste, breite, stark gefärbte Blütenblatt sitzt auf zwei Kelchblättern - es ist die Stiefmutter. Rechts und links von ihr, ebenfalls bunt gekleidet, ihre zwei richtigen Töchter auf je einem Kelchblatt. Die beiden oberen, meist violetten Blütenblätter sind die Stieftöchter, sie müssen sich mit einem Kelchblatt gemeinsam bescheiden. Der romantische Blick, mit dem einem die Blütengesichter anschauen, gaben ihm auch den Namen „Gedenkemein“. Offenbar hat die Wesensart des Stiefmütterchens etwas Heilbringendes für Menschen, bei denen äußeres Blendwerk und Ablenkungsmanöver die innere Seinswirklichkeit verbergen wollen. Sie wird heilsame Dienste tun können, wenn es zur Selbstentdeckung und zum klaren Bekenntnis der inneren Wahrheit geht. Wenn die Seele dann ihre innerliche Selbstfindung nicht bewerkstelligen kann, schiebt sie die Problematik gerne auf einen ihrer Spiegel, nämlich die Haut, weshalb Viola so heilsam bei allen Ekzemen und Dermatosen wirkt.

Signatur:
Das Stiefmütterchen gehört zur Familie der Veilchengewächse. Das Kraut wird 20 - 30 cm hoch. Die symmetrischen Blüten sind vielseitig gefärbt. Wegen seines dreieckigen Gesichtchens wird es auch die Dreifaltigkeitsblüte genannt. Die Blüte vermittelt etwas Weiches, anrührendes, einen milden Glanz und lässt einem unmittelbar an die zarte Pfirsichhaut eines Kindes denken. Man ist angerührt von der Empfindung der Bescheidenheit, die alle Veilchenblüten vermitteln.

Interessanterweise trügt aber doch der äußere Schein, denn das Veilchen ist mit allerlei Accessoires ausgestattet, die es nicht wehrlos machen. Da gibt es einen Sporn des unteren Kronblatts und einen schützenden Haarkranz im Schlund der Hauptkrone. Das Blatt nun des Stiefmütterchens treibt in seiner Gestaltungskunst geradezu ein Verwirrspiel . Ein großer Teil der Blattfläche stammt nicht von den Hauptblättern, sondern vielmehr von den Nebenblättern.

Es gibt keine klare Strukturierung oder einen übersichtlichen Aufbau, immer werden wieder neue Versuche unternommen eine Differenzierung vorzunehmen, die aber nicht verwirklicht werden, sondern in den Ansätzen hängen bleiben. Aber charakteristisch ist, dass die Nebenblätter zur Hauptsache gemacht und die Hauptblätter gewissermaßen zu Anhängseln reduziert werden. Geschickte ablenkende Täuschungsmanöver also. Mehr Schein als Sein! Das Stiefmütterchen präsentiert sein Blütengesicht in drei Farben, violett, weiß und gelb. Sein Duft ist fein, parfumartig, verletzt man die Pflanze entsteht sofort ein ganz anderer Geruch. Der Geschmack der Pflanze ist leicht aromatisch süß.

Tradition:
Die Bezeichnung Stiefmütterchen wird im Volksmund folgendermaßen erklärt: Die beiden obersten Blütenblätter sind zwei Stühle, welche die Stiefmutter in Anspruch nimmt. Auf den beiden seitlichen, sich daran anschließenden sitzen ihre eigenen Töchter und auf dem untersten haben die Stieftöchter, die sich mit einem einzigen Stuhl begnügen müssen, Platz genommen.

Die Violett-Purpurfarbe der Blüte von Viola und die fünf Blütenblätter wurde symbolhaft mit der Passion Jesu und den 5 Wundmalen in Beziehung gesetzt. Das wilde Stiefmütterchen hat drei Farben, die man in Bezug zur Dreifaltigkeit setzte. In England wurde das wilde Stiefmütterchen, das auf schlechtestem und bestem Boden wächst mit Sankt Valentin in Verbindung gesetzt, der seine Liebe ohne Ansehen von Reich und Arm allen schenkt. Seit dem Mittelalter genießt das Stiefmütterchen hohes Ansehen als Heilmittel vor allem für die Haut bei Kindern. Die mittelalterlichen Väter der Botanik erwähnen die Heilpflanze häufig und fast immer im Zusammenhang mit allerlei Hautleiden, vor allem im Kindesalter.

Paracelsus gab es bei Skrofulose, auch Hufeland setzte es bei chronischen Ekzemen gerne ein. Insgesamt werden folgende Indikationen in den traditionellen Schriften angegeben, bei denen das Stiefmütterchen gute Heileffekte bewirkt hat: Skrofulöse Kopfekzeme, Milchschorf, Krätze, Rhagaden und chronische Gesichtsekzeme.

Vorkommen:
Wildwachsend begegnen wir der Viola fast in allen Gegenden von Europa, Vorderasien, sowie Nord-Afrika und Nord-Amerika. Die Heilpflanze ist anspruchslos und wächst vor allem auf Wiesen, Äckern und Brachland. In Kulturen wird das Heilkraut in Frankreich, Tschechien und den Balkanländern angebaut.

Inhaltsstoffe:
Salizylsäureverbindungen, Saponine, Schleim- und Gerbstoffe sowie Flavonoide, die vor allem in den weißen und gelben Blütenblättern enthalten sind. Daneben noch Vitamin C und E, sowie Calcium- und Magnesiumsalze.

Indikationen:
Die Wesensart der Heilpflanze unterstützt Menschen, die um eine innere Klarheit ringen und den äußeren Schein nicht mehr länger künstlich aufrecht erhalten wollen. Die unheile Haut als Spiegel der Seele macht den inneren Konflikt sichtbar.

Viola wird mit großem Erfolg bei verschiedenen Hautkrankheiten eingesetzt, vor allem bei Milchschorf und Ekzemen der Kleinkinder. Es hilft aber auch bei Keuchhusten, bei Katarrhen der Luftwege und trockenem Husten. In der Volksmedizin lobt man die harntreibende und stoffwechselfördernde Wirkung, weshalb es auch bei Gicht, Rheuma und Arteriosklerose eingesetzt wird.

Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon:
In der Kategorie Signaturenlehre steht Ihnen eine breite Auswahl an Heilpflanzenbeschreibungen zur Verfügung. Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und erweitert.

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