Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

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Tollkirsche (Atropa belladonna) - Signaturenlehre

Klarheit, Öffnung, Entkrampfung

Signaturenlehre-Tollkirsche-Atropa-Belladonna-gr.jpg Abb: Tollkirsche (Atropa belladonna)
Signatur:                                                                                       

Atropa belladonna ist ein ausdauerndes Kraut. Sie ist ein Nachtschattengewächs, wächst bevorzugt in Laubwäldern und auf Weiden und liebt humorösen Boden. Sie ist eine mehrjährige Staude mit bis zu 2 m hohen Stängeln. Ihre Wurzeln reichen bis zu einem halben Meter in den Boden. Die Stängel sind stumpfkantig und reichlich verästelt. In den oberen Abschnitten zeigt er sich feindrüsig behaart. Die Blätter sind ganzrandig und haben eine elliptische oder eiförmig zugespitzte Gestalt. Sie wachsen wechselständig im Bereich des Stängels und der Hauptäste. An den feineren Ästen stehen sie gepaart und zwar so, dass eines jeweils nur halb so groß ist wie das Andere. Die großen, aber verhältnismäßig zarten Blätter kennzeichnen die Tollkirsche als Schattenpflanze. Indem die kleinen Blätter in den Lücken der größeren stehen wird ein Blattmosaik geschaffen, das eine volle Ausnutzung des vorhandenen Lichtes gestattet. Die Blüten sind gestielt, hängen und haben eine glockig-röhrige Blumenkrone, außen von braunroter bis violetter Farbe, innen gelb gefärbt mit purpurnen Adern.

Die Frucht ist eine kugelige, kirschgroße Beere, anfangs grün, später glänzend schwarz mit violettem Saft und vielen nieren- bis eiförmigen Samen. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Vögel, die die für Menschen giftigen Beeren fressen. Die Beeren schmecken zunächst süßlich-fade, dann kratzend, die Blätter dagegen schwach bitter. Atropa Belladonna ist eine hochgiftige Pflanze. Schon 10 Beeren können beim Erwachsenen tödlich sein, bei Kindern reichen bereits 2-3 Beeren, um eine Todesgefahr zu bewirken. Deshalb wird die Heilpflanze auch nur in verdünnter Form oder in der Homöopathie zur Anwendung genutzt. Die für unsere Heilindikation wichtige Botschaft, die wir aus der Signatur lesen können, ist die herausgebildete Fähigkeit, durch die Ausgestaltung und Stellung des Blattwerks genügend Licht an dem schattigen Wuchsort aufzunehmen.

Tradition:
„Bella Donna“ = Schöne Dame, der Name rührt wohl daher, dass die Pflanze bei den Römern als kosmetisches Mittel gebraucht wurde, um eine Pupillenerweiterung hervorzurufen und damit den Augenausdruck verführerischer zu machen. Den Namen Tollkirsche trägt sie wegen der giftigen „toll“ machenden Wirkung der kirschähnlichen Beeren. Im Mittelalter war Belladonna ein Bestandteil der „Hexensalben“. Bei Dioskurides trägt die giftige Arzneipflanze noch den Namen „Strychnos manikos.“

Erst im 15. und 16. Jahrhundert wird sie von Benedetto Rimo beschrieben und L. Fuchs brachte eine erste gute Abbildung. Zunächst wurde Belladonna nur äußerlich zur Anwendung gebracht vor allem zur Behandlung von Augenentzündungen. Die Tollkirsche hat häufig zu Vergiftungen geführt, insbesondere verführten die hübschen Beeren Kinder zu deren Verzehr. So lernte man aus den Vergiftungsbildern auch die Möglichkeiten der Heilkräfte durch entsprechende Verdünnung kennen. Erst im 18. Und 19. Jahrhundert entdeckte man langsam die therapeutischen Tugenden der giftigen Heilpflanze vor allem zunächst bei Krampfhusten der Kinder.

Paracelsus nannte die Tollkirsche „Cerabelle“ und bezeichnete sie als wahnsinnig machende Droge. Auch Lonicerus und Matthiolus weisen auf die einschläfernde, in größeren Dosen aber „unsinnig und doll“ machende Kraft der Tollkirsche hin. Von Haller und Oetinger erwähnen die Heilkraft der Foliae belladonnae bei äußerlicher Anwendung im Fall von Brustkrebs, aber auch bei Lippenkrebs haben sie gute Erfahrungen gemacht. Hufeland verwendete das Kraut häufig als Antispasmodikum und als Gehirnmittel. Die schweißhemmende Wirkung wurde bei Rachitis genutzt und die sekretmindernde Wirkung setzte man bei Bronchialasthma ein. In der Kinderheilkunde sah Breitmann gute Erfolge bei allen exsudativen Diathesen, nässenden Ekzemen, Bronchopneumonien und bei chronischer Bronchitis vor allem wegen seiner sekrethemmenden Wirkung. Leclerc empfiehlt das Heilmittel bei allen Spasmen, vor allem der glatten Muskulatur.

An dieser Stelle muss die sogenannte „Bulgarische Kur“ Erwähnung finden, die von Iwan Raeff in Bulgarien komponiert wurde und bei allen Formen von Parkinsonsymptomen breite Anwendung in ganz Europa fand. Die wesentliche Arznei in dieser vierstufigen Konzeption ist Belladonna. Während der Kur wird zudem eine lacto-vegetabile Kost eingehalten und auf Alkohol, Kaffee, Tabak und Gewürze verzichtet. Und auch Hahnemann verwendete diese Heilpflanze in der Homöopathie.

Vorkommen:
In Deutschland finden sich vereinzelt Belladonnabüsche, eher im mittleren und südlichen Landesteil. Verbreitet ist sie in Österreich und der Schweiz. Im übrigen Europa ist sie häufig zu finden. Auch in Nordafrika und Kleinasien bis zum Kaukasus und weiter bis nach Persien. In Nordamerika ist sie eingeführt. Heute wird sie weltweit kultiviert.

Inhaltsstoffe:
Hauptsächliche Bestandteile der Blätter sind die Alkaloide Hyoscyamin und Atropin, die flüchtigen Alkaloide Methylpyrolin, Pyridin und ein Diamin. Auch Cholin und Phytosterin sind enthalten. In den Wurzeln der Pflanze sind die Wirkstoffzusammensetzungen ähnlich. Pharmakologisch ist die Hemmung der parasympathischen Nervenendigungen und die Hemmung aller Sekretionen erwiesen.

Indikationen:
Bei Wahnvorstellungen und halluzinatorischen Wahrnehmungen und ähnlicher Störung der Klarsicht ist Belladonna in homöopathischer Dosierung angezeigt. Auch wenn die Aufmerksamkeit beeinträchtigt ist oder delirante Zustände vorliegen.

Belladonna ist ein Heilmittel bei der Parkinson’schen Erkrankung wegen seiner Fähigkeit, die parasymathischen Nervenendigungen zu hemmen. Auch bei Paralysis agitans kann Sie gute Hilfe leisten. Auch dient die Belladonna zur Behandlung von Krämpfen und krampfartigen Zuständen im ZNS, aber auch im Bronchialsystem (Keuchhusten, Stridor) und den Verdauungsorganen sowie ebenfalls bei Nierenkoliken. In der Homöopathie gilt Belladonna als Polychrest.

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