Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

Inhalt:

Mistel (Viscum album) - Signaturenlehre

Erdferne, Schwerelosigkeit, Stille, innere Autonomie

Signaturenlehre-Mistel-Viscum-album_gr.jpg Abb: Mistel (Viscum album)

Wesen:
Geeignet für Menschen, deren feuriges Gemüt zu Stress und innerer Anspannung führt, die also unter hohem Druck stehen und ihre innere Balance verloren haben. Aber auch bei Menschen, deren Erdenschwere zu inneren Verhärtungen und Flexibilitätsverlusten führt.

Signatur:

Die Mistel wächst als Halbschmarotzerpflanze auf Bäumen. Man muss also seinen Blick nach oben richten, um sie zu entdecken. Ihre Wuchsform gleicht einer Kugel und ihre Gestalt der eines Keimlings. Die Mistel hat über ihren „Senker“ Anteil am Säftefluss des Wirtsbaums. Sie zeigt in ihrer erdfernen Lebensform keine Beziehung zur Senkrechten und zur Erdenschwere, wie sie sonst für Pflanzen üblich ist. Sie wächst bevorzugt auf Störzonen. Die Mistel ist dem Wasser und Luftelement unterstellt, entzieht sich also dem Wirkungsbereich der Erde und des Feuers.

Sie wird durch Vögel, vor allem Drosseln verbreitet. Die Vögel verzehren die Beeren und scheiden die unverdaulichen Samen aus. Einige bleiben durch ihren viscerinhaltigen Beerenschleim an den Baumästen hängen, wo sie dann einen „Senker“ bilden, der sich in den Ast bohrt. Die Mistel wurzelt nicht auf allen Bäumen, man findet sie beispielsweise nicht auf Buchen. Hingegen wächst sie gerne auf anderen Laubbäumen und auf Kiefern. In manchen Landstrichen sind keine Misteln zu finden.

Im Sommer versteckt sich die Mistelkugel im dichten Laub der Bäume. Kurz vor der Sommersonnenwende ereignet sich ein besonderer Wandlungsprozess der Blattstellungen. Diese beginnen sich rhythmisch zu bewegen und sich ab dem 7. Wachstumsjahr als Kugel anzuordnen. Die Blütezeit ist im Spätherbst und die Früchte reifen im Winter. Der Wirkstoffgehalt an Viscolektinen ist bei der Fruchtreife am stärksten, weshalb wohl die Druiden bereits in dieser Zeit die Ernte vornahmen. Die Mistel kann bis zu 50 cm hoch wachsen und bis 70 Jahre alt werden.

Ihre Äste verzweigen sich gabelförmig, wodurch an den Verzweigungsstellen immer mindestens 2 gleich große neue Äste wachsen. So entsteht langsam die Struktur der Kugelgestalt. Bis zu einem Meter Durchmesser können sich ältere Mistelpflanzen ausdehnen. Die jüngeren Äste sind grünbraun. Die Laubblätter fühlen sich ledrig an, sind ganzrundig, zungenförmig und haben eine olivgrüne Färbung. Meistens sitzen sie zu zweien gegenständig, an den Triebspitzen gelegentlich auch quirlig.

Die unscheinbaren Blüten sitzen an der Spitze jeden Gabelzweiges. Sie sind eingeschlechtlich und zweihäusig und formen sitzende Trugdolden aus. Die Blütezeit ist März bis April. Im Herbst und Winter bilden sie erbsengroße weiße Früchte aus, die auffallend schleimig-klebrig sind. Die Pflanze hat einen eigenartigen Geruch und schmeckt bitter.

Die Wachstumsimpulse der Mistel breiten sich unabhängig von der Schwerkraft sphärisch aus. Sie kennt als Bezugspunkt nur ihren eigenen Mittelpunkt ohne sich an der Schwerkraft zu orientieren. Die Mistel entzieht den Wirtsbäumen organische Stoffe, anorganische Nähr-Salze und Wasser, sodass sie viele Bäume tötet, vor allem Birnbäume. Sie ist nicht in der Lage, schützenden Wundkork zu bilden.

Die spezifischen Signaturen der Mistel als Heilmittel bei Krebs lassen sich an folgenden Merkmalen erkennen: Ihr Wachstum als Halbschmarotzer; Ihr Wachstumsverhalten von der normalen Pflanzengestalt in die anormale kugelige Gestalt. Die metastasenähnliche Erscheinungsform, wenn mehrere Mistelkugeln auf einem Wirtsbaum ihre Dominanz präsentieren, vor allem gut sichtbar im Winter, wenn die Bäume ohne Laub sind; Die antirhythmische Fruchtbildung im Winter und das bevorzugte Wachstum über Störzonen, Das egozentrische Wachstumsverhalten entgegen den Biorhythmen der Jahreszeiten und der Schwerkraft; Die Tendenz, den Wirtsbäumen ihre Lebensgrundlage zu entziehen bis zu deren Tod. Alle diese Eigenschaften weisen auf eigensinnige und zerstörerische Impulse gegenüber dem Wirtsorganismus hin, wie wir sie ja auch bei Krebswucherungen kennen.

Tradition:
Die Herkunft des deutschen Namens ist bisher ungeklärt. Die Gallier nannten die Mistel „Omnia Sanans“, die Allesheilende. Tränke aus ihrem Saft galten als universales Gegengift, Fruchtbarkeitszauber und als magisches Schutzmittel. Eine besondere Rolle spielt die Mistel in der germanischen Mythologie. Es war die Mistel, die den Tod Baldurs, des Sonnengottes verursachte und damit die Götterdämmerung einläutete. Nach dieser Nacht beginnt nach den mythologischen Aufzeichnungen eine neue Epoche der Menschheitsentwicklung, in der Baldur und andere Sonnengötter wieder zurückkehren werden, um das geistige Auge der Menschen mit ihren Lichtkräften zu erhellen.

Die kultische Verwendung der Mistel reicht bis ins alte Babylon zurück. Dort schmückten Misteln einst die Tempel der Göttin Mylitta. Einmal im Leben sollte jede Frau der Göttin huldigen. Wenn sie dies wollte, band sie sich ein Tuch um den Kopf und setzte sich unter einen Mistelzweig. Anschließend teilte sie mit demjenigen das Lager, der sie dort antraf und ihr eine Münze gab. Ein Überbleibsel dieser alten Tradition lebt noch heute in dem Winterbrauch, einen blühenden Mistelzweig in der Adventszeit über der Tür aufzuhängen, unter dem Jene geküsst werden darf, die man darunter antrifft.

Bei den Kelten hatten nur die Druiden das Recht, die zauberkräftige Mistel zu schneiden. Plinius berichtet, dass die druidischen weiß gewandeten Priester um die Wintersonnenwende die Eichenmistel mit einer goldenen Sichel schnitten und die Zweige in einem weißen Mantel auffingen, damit das Himmelsgeschenk nicht den Boden berührte.

Die Mistel wurde vielerorts auch „Schlosskraut“ genannt, da man, wie man glaubte mit ihr alle Türen und Tore und sogar den weiblichen Geburtenschoß aufschließen konnte. Im Volksmund heißt die Mistel auch „Hexenbesen“ oder „Drudenfuß“, weil sie nur an Stellen wächst, wo „Hexenkräfte“, also schädliche Störfelder vorliegen. Es gibt alte Rosenkränze, die aus Mistelholz geschnitzt sind, damit man sich vor solchen Einflüssen beschützt fühlt.

Die arzneiliche Tradition geht bis in die Zeit des Hippokrates zurück. Plinius berichtet über die Heilwirkung bei Epilepsie und Schwindel. Die krampfstillende Wirkung der Mistel wird bis ins Mittelalter beschrieben. Griechen und Römer bereiteten aus dem Beerenschleim den Vogelleim. Daher versteht sich der Spruch: „Turdus ipse sibi cacat malum.“ (Die Drossel bereitet sich selbst das Unheil.) Auch Paracelsus, Lonicerus, Bock und Matthiolus führen als Hauptindikation die Epilepsie an. Viscum album als Antiepileptikum findet sich auch im Arzneischatz von Hufeland. Paracelsus bezeichnete die Mistel als Krankheit des Baumes. Efeubewachsene Bäume und solche mit Misteln sind Signaturen für Störzonen. Längerer Aufenthalt in solchen Zonen raubt Lebenswärme und Vitalkraft. Pflanzen, die sich in solchen Zonen wohlfühlen wirken daher anregend auf Lebensprozesse. Paracelsus verwendete speziell die Eichenmistel und gab sie außer bei Anfallsleiden auch nach Schlaganfällen.

Die Verwendung der Mistel in der Krebstherapie geht auf Rudolf Steiner zurück. Die Mistelinhaltsstoffe gehören zu den am besten untersuchten in der Pharmazeutik. Speziell gibt es über 1000 wissenschaftliche Veröffentlichungen im Hinblick auf die Heilkraft bei Krebsleiden. Kaelin, ein Schüler Steiners berichtet über zahlreiche inoperable Karzinome und Tumorrezidive, die er mit Mistelextrakten heilte. Die Misteltherapie mit Extrakten kann bei Neoplastischen Erkrankungen nur in parenteraler Anwendung zum Tragen kommen.

Vorkommen:
Die Mistel ist in ganz Süd- und Mitteleuropa, Russland und Nordasien verbreitet und wächst als Halbschmarotzer auf Linden, Pappeln und Eschen, sowie auf Eichen, Apfelbäumen, Kiefern, Tannen und Weißdorngewächsen. Der Wirtsbaum spielt eine spezifische Rolle bei den verschiedenen Krebsarten. Die Apfelmistel ist angezeigt bei Frauen mit Brust- und Unterleibstumoren, Eichenmistel ist bevorzugt für Männer und bei allen Tumorarten indiziert. Die Linde als Wirtsbaum eignet sich für Nieren. und Lungentumore, die Pappel eher für Prostatawucherungen. Die Eschenmistel ist bei allen Krebsarten wirksam, besonders wenn zugleich ein Burnout Zustand besteht. Die Tannenmistel wird bei Magen-Darm-Tumoren bevorzugt, die Weide als Wirtsbaum ist bei allen Tumorarten angezeigt, besonders aber in Fällen, wo degenerative Gelenkprozesse gleichzeitig vorliegen. Schließlich hilft die Weißdornmistel auch bei allen Tumorarten, wird aber gerne eingesetzt, wenn zugleich degenerative oder sklerosierende Gefäßprozesse am Herzen und im Kreislaufsystem vorliegen.

Inhaltsstoffe:
Die wesentlichen Wirkstoffe sind Polypeptide, das bedeutendste ist Vincetoxin, welches wohl für die tumorwachstungshemmende Wirkung steht. Daneben sind enthalten: Cholin und Acetylcholin sowie Lektine, die hauptsächlich verantwortlich sind für die immunmodulativen Wirkungen der Heilpflanze.

Indikation:

Die Mistel ist eine wirkungsvolle Hilfe bei inneren Spannungen, Stress und Neigung zu seelischen Verkrampfungen, weil man nicht in seiner Mitte ist und sich permanent in Kompromissen verbiegt und sich nicht selbst treu bleibt. Auch Angstzustände, Alpträume und überstarke Reaktionen auf die rhythmischen Einflüsse der Mondkräfte können zur Balance gebracht werden. Die Mistel wirkt aufbauend auf eine geschwächte Lebenskraft und eine gestörte verunsicherte Ich-Organisation.

Die Tinktur wird angewandt bei Hochdruck, Schwindelgefühlen und spastischen Kopfschmerzen sowie palliativ bei Anfallsleiden. Die spezifische Misteltherapie bei Krebs erfolgt über Mistelextrakte, die rhythmisch parenteral verabfolgt werden. Mistelextrakte können in manchen Krebsfällen das Tumorwachstum hemmen, weil sie die Abwehrkräfte unterstützen und weiteren Zellwucherungen entgegen wirken. Sie besitzen immunverändernde Wirkungen und verbessern die Lebensqualität, zugleich machen sie die Nebenwirkungen der Chemotherapie und Strahlenbelastungen erträglicher. Rudolf Steiner sah den Hauptwirkungsansatz in der Prophylaxe bei gefährdeten Patienten. Leider hat sich diese viel sichere Indikation nicht durchsetzen können.

Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon:
In der Kategorie Signaturenlehre steht Ihnen eine breite Auswahl an Heilpflanzenbeschreibungen zur Verfügung. Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und erweitert.

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