Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

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Kamille (Chamomilla recutita) - Signaturenlehre

Sanftmut, Geborgenheit, Geduld

Signaturenlehre-Echte-Kamille-Chamomilla-recutita_gr.jpg Abb: Kamille (Chamomilla recutita)
Wesen:

Kamille hilft Menschen, deren Sinnesempfindungen übersteigert sind, weshalb sie reizbar und ungeduldig werden, teilweise regelrecht ärgerlich. Die Schmerzempfindung ist erheblich gesteigert. Besonders Kinder sind für diese „mütterlich“ besänftigende Heilkraft der Kamille empfänglich. Kamille vermittelt eine ruhevolle Geborgenheit und lindert überreizte und krampfartige seelische und körperliche Prozesse.

Signatur:

Die Pflanze gehört in die Familie der Korbblütler. Sie ist einjährig und wächst 20-50 cm hoch. Sie treibt einen reichverzweigten Stängel aus. Die wechselständigen Blätter sehen länglich bis linealisch aus und sind zwei-dreifach gefiedert. Sie richten sich wie feinfühlige Antennen in allen Richtungen.

Die langgestielten Blütenköpfchen sind endständig und bestehen außen aus weißen Zungenblüten und in der Mitte aus dicht gedrängten gelben Röhrenblüten. Die gelben Scheibenblüten haben einen fünfzähnigen Saum. Die weißen Zungen der Randblüten sind länger als die Hüllblätter. Während die 12-18 Randblüten nur weiblich sind, sind die Scheibenblüten zwittrig.

Der Köpfchenboden ist hohl, ein untrügliches Zeichen für die wirksame Heilkraft. Man braucht nur eine einzelne Blüte in der Mitte auseinander zu knipsen, damit man sicher sein kann. Sie blüht im Hochsommer und versammelt das gleißende Sonnenlicht in ihren Blüten. Der Blütenkranz leuchtet strahlend weiß, die hoch gewölbte Blütenscheibe glänzt hellgelb. Ihre Mitte fühlt sich fein und weich an. Ihre hohe Sensibilität ist für das Aufnehmen und Empfangen bereit. Zugleich wirkt in ihr ein dämpfendes, abfederndes Prinzip. Dafür steht in der Signatur der stark nach oben gewölbte Blütenboden, unter dem sich der oben bereits beschriebene luftige Hohlraum befindet. Jegliche Heftigkeit wird durch dieses „Luftkissen“ sanft abgefedert.

Die Früchte tragen keine Federkrone. Die Kamille blüht von Mai bis September. Sie hat einen angenehmen, apfelähnlichen Geruch. Bei der Wasserdampfdestillation wandelt sich das farblose, undifferenzierte ätherische Öl zum farbintensiven Blauöl, das Sanftmut, Ruhe und mütterliche Geborgenheit ausstrahlt. Das Kamillenöl hat einen angenehmen, warmen, aber nicht feurigen Charakter.

Tradition:

In der germanischen Überlieferung ist sie die Pflanze des Sonnengottes Baldur. Auch in Ägypten weihten die Menschen die Kamille der Sonne und hielten sie hoch in Ehren. Der Gattungsname Matricaria stammt vom lateinischen Mater bzw. von Matrix, wohl deshalb, weil die Kamille bevorzugt für Erkrankungen im Wochenbett eingesetzt wurde. Deshalb heißt sie bis heute im Volksmund auch „Mutterkraut“. Chamomilla kommt ursprünglich aus dem Griechischen chamaimelon, wurde umgebildet und meint einen niedrigen, auf dem Boden wachsenden Apfel, wohl so benannte nach dem apfelartigen Geruch der runden Blütenköpfchen. Die deutsche Bezeichnung Kamille ist ein Lehnswort aus Chamomilla.

Die Kamille ist seit alters her ein beliebtes Heilmittel, vor allem der aus den getrockneten Blüten bereitete Tee, wie wir schon bei Galen und Asklepios beschrieben finden. Dioskurides empfiehlt die Kamille für Bäder und Umschläge. Da man die Pflanze als heilig empfand und sie dem Sonnengott weihte, hielt man im Mittelalter ihre Heilkraft am wirkungsvollsten, wenn man sie am Johannistag erntete. Paracelsus, Bock und Matthiolus berichten von der großen Heilkraft der Kamille bei vielen Indikationen, im Besonderen bei Krämpfen und Entzündungen. Auch von Haller beschreibt ihre schmerzstillende, erweichende Kraft bei Entzündungen und zugleich ihre nervenstärkende Wirkung. Der Italiener Baglioi hielt sie für das souveräne Mittel bei allen Koliken. Hufeland beschreibt gute Wirkungen bei äußerlicher Anwendung im Falle canceröser Ulzerationen. Leclerc behandelte erfolgreich Gesichtsneuralgien und zyklusabhängige Migräne mit Kamille in Form von Aufgüssen.

In der russischen Volksmedizin verwendete man die Kamille hauptsächlich bei 4 Indikationen:
1. Frauenkrankheiten und vor allem Dysmenorrhoe
2. Koliken und Spasmen
3. Nerven- und Wechselfieber
4. Äußerlich gegen faulende Geschwüre

Vorkommen:
Die Kamille stammt aus Süd-und Osteuropa, kommt aber inzwischen in fast ganz Europa und Westasien vor. Sie gedeiht auf Äckern, Brachland und Schuttplätzen wie Unkraut. Sie bevorzugt warme und trockene Standorte.

Inhaltsstoffe:
Wir finden in der Kamille 0,3 bis 1,5 % ätherisches Öl, bestehend aus a-Bisabolol und Matricin. Weiterhin entdecken wir Flavonoide sowie Cumarine. Bei der Gewinnung des Öls bildet sich die Substanz Chamazulen, die dem Öl seine tiefblaue Farbe verleiht. Weiterhin enthält die Kamille 3% Glycosid, das lähmend auf die vegetativen Nervenendigungen und die glatte Muskulatur wirkt, also auch auf den Uterus und den Darm, wodurch die krampflösende Wirkung in diesem Bereich erklärt ist.

Indikationen:

Alle Zustände von Überreiztheit der Sinnesorgane und der Nerven reagieren ebenso vortrefflich auf die Kamille wie übersteigert empfundene Schmerzzustände, die mit Unruhe und Ärgerlichkeit einhergehen. Chamomilla erweist sich als mildes Nervinum und Sedativum, vor allem bei Kindern und Frauen.

Spastische Zustände, vor allem im Magen-Darmbereich, Koliken, Dysmenorrhoe, Krampfwehen sprechen hervorragend auf Kamille an. Auch Meteorismus durch Fäulnisgase und Gallendyskinesien zeigen gute Reaktionen. Auch bei Entzündungen der Atmungsorgane und bei Zahnungsbeschwerden ist Kamille als Urtinktur, als Teeaufguss oder zum Inhalieren hilfreich.

Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon:
In der Kategorie Signaturenlehre steht Ihnen eine breite Auswahl an Heilpflanzenbeschreibungen zur Verfügung. Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und erweitert.

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