Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

Inhalt:

Hafer (Avena sativa) - Signaturenlehre

Belastbarkeit, Stabilisierung, Ausgleich

Signaturenlehre Hafer Avena sativa.jpg Abb: Hafer (Avena sativa)
Signatur:

Der Hafer ist ein einjähriges Rispengras aus der Familie der Süßgräser. Der elastische Halm wächst bis 150 cm hoch. Er ist äußerst beweglich und gleicht jede Windwelle weich und elastisch aus. Seine Blüten und Früchte hängen an filigranen Stielen. Wenn der Wind über ein Haferfeld streicht, wogen die Ähren sacht in einer weichen Wellenbewegung und man versteht, dass in einer freien Übersetzung aus dem lateinischen Erbwort "Avena" sich der romantische Begriff "Hirtenflöte" abgeleitet hat. Im Gegensatz zu anderen Getreidearten, deren Blüten und Samen dicht am Stängel sitzen und kompakte Ähren bilden, beginnen die fein gestielten Blüten im Wind eine zweite Melodie, indem sie leise vibrieren. Das Geheimnis seiner Ausgleichsfähigkeit gegenüber erschütternden Bewegungen liegt in seinem Bauplan, der es ermöglicht, einen Halt von oben zu geben, der die Gehänge der Blüten und Samen in ihrer Bewegung auffängt und in ihre Mitte zurückbringt.

Der Stängel des Hafers ist hohl und die Blüten endständig. Der Blütenstand ist eine allseitswendige Rispe, die zum Teil wiederum verzweigte Rispen trägt, die sich sanft nach unten neigen, wodurch der Halm leicht gebogen wird und damit dem Gehänge von oben stabilisierenden Ausgleich gewährt. An der Spitze tragen die Rispen Ährchen mit 2-3 Blüten, von denen meist nur zwei fruchtbar sind. Hafer ist ein Selbstbestäuber. Die Blütezeit des Hafers im Juli und August. Die Ernte findet im August statt. Die spindelförmigen Körner sind bei der reife mit der kurzbegrannten Deckspelze und der Vorspelze fest verwachsen und umgeben beschützend das eigentliche Korn.

Aus der Signatur kann man die vielseitigen Talente in der Haferpflanze erkennen, die sich vor allem in Stabilisierung und Ausgleich von Schwingungen markieren, besonders bei plötzlichen oder wiederholten Stürmen, die hereinbrechen und die Pflanze stark schütteln und sie aus dem Gleichgewicht zu bringen drohen. Nachdem sie sich dem Wind gebeugt haben und ihre feinen Rispen sich ordentlich geschüttelt haben, stehen sie sanft wieder auf und finden schnell ihr Gleichgewicht wieder.

Tradition:
Schon in der Bronzezeit wurde Hafer angebaut, wie man in den Resten von Pfahlbausiedelungen in der Schweiz belegen konnte. Die Germanen schätzten den Hafer als eine natürliche Kraftquelle, weshalb sie von den Römern auch verächtlich als "Haferfresser" bezeichnet wurden.

Um 5000 vor unserer Zeitrechnung sind die ältesten Nutzungsnachweise aus Polen und der nördlichen Schwarzmeerküste erhalten. In Mitteleuropa kann man solche Hinweise um 2400 v. Chr. datieren. Bis ins Mittelalter wurde Hafer nur nördlich bis zur Mainlinie angebaut, erst später eroberte er auch die südlicheren Gefilde. Er war eine bedeutende Feldfrucht, die erst durch Einführung der Kartoffel ihre Stellung verlor. Noch 1939 rangierte der Hafer nach Weizen und Mais an dritter Stelle der Getreidearten in Deutschland, hat aber inzwischen an Bedeutung stark verloren. 1753 wurde Avena von Carl von Linné erstmals im Zusammenhang mit Heilkunst beschrieben und benannt.

Ernährungsphysiologisch ist Hafer die hochwertigste Getreideart, die in Mitteleuropa angebaut wird. Die Körner werden entspelzt, aber nicht geschält, sodass die Vitamine erhalten bleiben. Hafer ist eine Quelle für Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und essentielle Aminosäuren. Besonders reich ist er an Kiesel und Eisen, Vitamin B und Beta Glucan, das den Cholesterinspiegel senkt. Avena sativa wird therapeutisch sowohl als Phytotherapeutikum als auch als Homöopathikum genutzt. In die Homöopathie wurde der Hafer von dem Amerikaner William Boericke eingeführt.

Von allen Anwendern wurden die gleichen Indikationen bestätigt. Vor allem galt Avena als Beruhigungsmittel im Zusammenhang mit seelischen Erschütterungen und deren Folgen wie Schlafstörungen, Erschöpfungszustände durch fortdauernde Sorgen und der Unfähigkeit, seinen Lebensrhythmus wieder zu finden, nachdem durch ein äußeres Ereignis große Erschütterungen über den Menschen hereingebrochen sind. Zum anderen wurde seine kräftigende Wirkung auch als Aphrodisiakum genutzt, das vor allem bei Männern erfolgreich zu sein schien, wovon der Volksmund zeugt, wenn es heißt: "Den sticht der Hafer". In den letzten Jahrzehnten hat man auch positive Erfahrungen bei der Suchtbehandlung gemacht, wo es bei den Entzugserscheinungen hilfreich zu sein scheint.

Vorkommen:
Hafer ist eine Kulturpflanze, die weltweit in den gemäßigten Zonen sowie ind Ost- und Südafrika angebaut wird.

Inhaltsstoffe:
Hafer ist reich an Kieselsäure, Eisen, Kalzium, Magnesium, Mangan, Zink und Phosphor. Hinzu kommen B-Vitamine, Karotinoide, Vitamin A und E, Flavone und pilzhemmende Saponine, sowie Jod und Bor. Die beruhigende Wirkung geht auf Granin, einem Aminosäureabkömmling und auf Vanillosid zurück. Die zusätzlich enthaltenen Schleimstoffe des Hafers bewirken eine Cholesterinsenkung.

Indikationen:
Avena sativa ist eine große Stütze bei allen seelischen Überforderungen und bei Erschöpfung durch unverarbeitete Erlebnisse. Es ist ein Sorgenmittel, das den Menschen wieder ins aktive Leben zurückbringen kann. Avena gibt die Kraft, um zum ureigenen Lebensrhythmus zurück zu finden und sein Leben wieder aktiv selbst in die Hand zu nehmen.

Erschöpfungs- und Schwächezustände, Schlafstörungen, Nervenschwäche. Sinnvoll kann es auch bei Inappetenz eingesetzt werden als Folge von Sorgen und Stress. Hafer ist aber auch hilfreich bei Hauterkrankungen, wie nässende Dermatosen und Neurodermitis. Es kann erfolgreich bei Drogenentzug eingesetzt werden. Unterstützend kann es auch bei Rheuma und Gicht gebraucht werden und bei Intoxikationen mit Schimmel. Bei Cholesterinstoffwechselstörungen ist es wirksam und es hat auch positive Erfahrungen als Aphrodisiakum vor allem beim Mann gegeben.

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