Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

Inhalt:

Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) - Signaturenlehre

Anpassung, Wehrhaftigkeit, Elimination.

Signaturenlehre Vincetoxicum hirundinaria Schwalbenwurz qk.jpg Abb: Schwalbenwurz (Vincetoxicum)

Signatur:
Die Schwalbenwurz gehört in die Familie der Apocynaceae (Seidenpflanzengewächse). Sie stellt die einzige einheimische Vertreterin der Hundsgiftgewächse dar. Der mehrjährige Strauch wächst 30-120 cm hoch, ist sehr ausdauernd und außergewöhnlich anpassungsfähig. Die Primärwurzel wird durch zahlreiche Adventivwurzeln ergänzt oder ersetzt. Ihre unverzweigten, rundstieligen und hohlen Stängel sind flaumig behaart. Die gegenständlichen gestielten Laubblätter sind im bodennahen Bereich rundlich bis dreieckig geformt. Auf der Oberseite sind sie dunkel bläulich grün, auf der Unterseite deutlich heller. In den höheren Stängelbereichen nehmen die deutlich geäderten Blätter eher eine lanzettliche bis linear-lanzettliche Form an.

In Analogie zu seiner Indikation zeigt sich Vincetoxicum je nach Standort sehr veränderungsfähig. Sehr flexibel stellt sich die Heilpflanze auf verschiedenartige Bedingungen ein und setzt sich auch gegenüber feindlichem Milieu erfolgreich durch. An sonnigen und trockenen Orten treten Individuen mit dichten knäueligen Trugdolden auf oder die ganze Pflanze zeigt sich purpurn überlaufen. An schattigen Orten ist wiederum die Behaarung der Blätter und Stängel dichter.

Die Hauptblütezeit ist Juni bis August. Die Blüten sind hellgelb bis grünlich und bilden blattachselständige Blütenknäuel. Die Blütenblätter stellen sich als radartiger Fünfstern dar und riechen fischartig. Im Kelch wiederholt sich die Fünffältigkeit in 5 Staubbeuteln, die zu einem fünfspaltigen Kranz verwachsen sind. Die Blüten stellen sich als "Klemmfallenblumen" dar, deren Pollen als Pakete übertragen werden. Zwischen zwei benachbarten Staubbeuteln ist ein Faden, in dessen Mitte der Klemmkörper sitzt. Kleinere Mücken bleiben oft mit ihren Beinchen im Klemmkörper der Blüten hängen und können sich nicht mehr befreien. Größere Insekten können ihre eingeklemmten Beine wieder befreien und reißen dabei das Samenpaket mit sich fort.

So geraten Eindringlinge, die nicht geeignet sind, die ökonomisch sinnreiche Symbiose zwischen Tier und Pflanze für die Arterhaltung zu leisten in die Klemmfalle und werden dem Zyklus der natürlichen Fortpflanzung entzogen. Auch dies mag als Hinweis für die therapeutische Nutzung sein: Störenfriede, besonders kleine, die sich auf Kosten des Wirtes ernähren wollen, werden eliminiert. Diese spezielle Fähigkeit des Selbstschutzes vor unerwünschten schädlichen Eindringlingen lehrt uns, dieses Heilmittel bei allen Virusinfektionen erfolgreich einzusetzen.

Tradition:

Der Name "Vincetoxicum" kommt aus dem Lateinischen und weist auf seine große Tugend hin: Das Toxin besiegen! Der Beiname "hirundinaria" stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und nimmt Bezug auf die Samenform, die einen kleinen "Haarschopf" trägt und einer fliegenden Schwalbe ähnlich sieht.

In früheren Zeiten war die Wurzel von Vincetoxicum offizinell. Man schätzte ihre diuretische und purgierende Wirkung. Auch in der Veterinärmedizin fand sie Anwendung. Interessanterweise fressen Pferde die Pflanze nur, wenn sie vom Frost beschädigt ist. Rinder und Schafe verschmähen sie, während Ziegen die äußeren Sprossen ohne Schaden genießen.

Schon Lonicerus nutzte die Wurzel als Diuretikum und als Emmenagogum und Wundmittel wie auch gegen Bisse giftiger Tiere. Auch bei Bauchgrimmen erwähnte er ihre positive Wirkung. Bock bestätigt alle diese Indikationen. Matthiolus lobt die giftvertreibende Wirkung dieser Heilpflanze, gab die Wurzel aber auch bei Ohnmacht und den Samen bei Steinleiden. Auch von Haller schreibt der Wurzel starke diuretische und diaphoretische Wirkung zu, infolge dessen sie "die gefährlichsten Gifte hitziger Krankheiten auszutreiben" imstande sei.

Er hielt sie auch wirksam bei beschwerlichster Engbrüstigkeit. Zähe Säfte kann dieses Mittel sehr verdünnen, so legt er dar. Sogar bei Wassersucht gab es ein Schüler von Hufeland. Vincetoxicum hat auch Eingang in die Homöopathie gefunden, wo es bei Diabetes eingesetzt wurde. Die Samen scheinen die Herztätigkeit strophantusartig zu beeinflussen, wie mehrere Forscher bestätigen.

Vorkommen:

Die Schwalbenwurz wächst heute wild an Wegrändern in Europa. Sie ist von Osten her eingewandert.

Inhaltsstoffe:

Asklepiadin, Hirondigenin, Vincetoxin und Asklepiinsäure.

Indikationen:

Hilfreich gegen "giftige" Angriffe aus dem Umfeld und der dadurch bedingten großen Schwäche. Aufrichtung bei seelischen Erschöpfungszuständen infolge von Kränkungen und langwierigen, vor allem virusbedingten Erkrankungen.

Virusinfektionen und vor allem deren toxische Belastungen werden erfolgreich mit Vincetoxicum behandelt. Besonders bei Mononukleose und der damit verbundenen Schwächephase ist dieses Mittel geeignet. Auch bei allen fieberhaften Reaktionsphasen, die den Organismus und seine Abwehrfunktion schwächen. Die Toxinausleitung wird gefördert.

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