Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

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Zaubernuss (Hamamelis) - Signaturenlehre

Bringt Aufgestautes in Fluss, nimmt die Schwere.

Signaturenlehre Hamamelis Zaubernuss.jpg Abb: Hamamelis (Zaubernuss)
Signatur:

Die Zaubernuss ist ein Strauch aus der Familie der Hamamelisgewächse. Der haselähnliche Baum wird 1-7 m hoch. Die dunkelgrünen ovalen Blätter, ebenfalls den Haselblättern ähnlich, sind an den Rändern grob gekerbt und gezähnt. Sie nehmen gelegentlich auch rötliche Färbung an. Die duftenden kleinen, unscheinbaren gelben Blüten entfalten sich erst im September bis Dezember. Das rotgefärbte Laub ist längst abgefallen oder baumelt noch träge, schwer und ohne Spannkraft an den Zweigen und wartet auf heftige Stürme, die sie lösen werden.

Die Blüte zeigt insgesamt eine klare Vierheit. Vier bräunlich rote, ovale Kelchblätter öffnen sich weit, biegen sich nach außen abwärts, so als würden sie an einem Band zurückgehalten. Die ebenfalls vier Blütenblätter entfalten sich als schmale Rispen, die zerknittert aussehen, so als wären sie durch einen starken Sturm zerschlagen worden. Auch sie sind nach rückwärts verbogen, als würden sie zurückgehalten. Die Signatur der Vierheit setzt sich bis zu den Staubgefäßen und Stempeln im Blütengrund fort. Im Verströmen ihres Duftes welkt sie langsam, ihre Blütenblätter werden schmaler und scheinen sich im Welken langsam aufzulösen. Die Blüte vermittelt den Eindruck von verzehrender Trauer, die sich in einer unstofflichen Sphäre auflösen möchte. Die Früchte, die haselnussähnlich aussehen, reifen erst im folgenden Sommer vor der nächsten Blüte. Sie haben eine aufgestaute Spannkraft, so dass sie, wenn sie platzen ihre Samen bis zu 4 Meter weit aus ihren Hüllen schleudern. Die Samen sind mehlig, ölhaltig und haben einen angenehmen Geschmack.

Wie durch einen Zauber - diesem Umstand verdankt die Heilpflanze wohl auch ihren Namen - gibt die Nuss erst kurz vor der neuen Blüte ihren Samen frei. Die Histologie eines Hamameliszweiges zeigt, dass die Leit- und Gefäßbündel nicht parallel zur Achse angeordnet sind, sondern verkürzt sind und durcheinander laufen, so dass ein Gefäß durch das andere durchquert. Auf diese Weise wird der Säftefluß verzögert und neigt zum Rückstau. Das histologische Bild erinnert an die Erscheinungsform von Besenreiservarizen im Unterhautgewebe.

Tradition:
Der Name Hamamelis ist zusammengesetzt aus dem lateinischen Begriff "hamatus", was "hakig" bedeutet und dem griechischen Wortstamm "melum", womit "Apfel" gemeint ist. Man könnte Hamamelis mit Hakenfrucht übersetzen. Den Namen Zaubernuss oder Zauberstrauch verdankt der Baum dem Umstand, dass er im gleichen Jahr dicht vor der Blüte seine Früchte trägt.

Die Nordamerikanischen Indianer nutzten die Hamamelis in vielfältiger Weise zu Heilzwecken. Sie kochten Rinde und Blätter ab und verwendeten den Sud äußerlich und innerlich für alle Erkrankungen, die mit Stauungen und Entzündungen im Zusammenhang mit dem venösen System. Die Zweige dienten ihnen auch als Wünschelrute, um verborgene Schätze auf zu finden. Hier liegt ein zweiter Grund für die Namensgebung, hatte dies doch auch mit einem „Hauch von Zauber“ zu tun. Erst 1736 wurde die Pflanze durch den Franzosen Collison nach Europa gebracht, wo sie als Zierstrauch in unseren Gärten heimisch geworden ist.

In den Vereinigten Staaten ist das Wasserdampfdestillat aus den blühenden Zweigen und der Rinde der Hamameliszweige beliebt und verbreitet. Durch Zusatz von Ethanol wird das "Witch Hazel" als begehrtes Rasierwasser hergestellt und in die ganze Welt exportiert. In der amerikanischen Medizin hat Hamamelis eine traditionell bedeutsame Rolle als entzündungswidriges und entstauendes Heilmittel vor allem bei Kongestionen im venösen Gefäßbereich. Es war und ist das führende Mittel bei Hämorrhoiden, Varizen, Varikozelen, Ulcus cruris und wegen seiner adstringierenden Eigenschaften bei Hämorrhagien allerortens. Auch in Brasilien ist es als Hämostyptikum und Hämorrhoidalmittel äußerlich und innerlich tradiert.

Hamamelis hat auch Eingang in die Homöopathie gefunden. Dort begegnen wir den Leitsymptomen: Schmerzhafte Varizen, allgemeines Wehtun aller kongestionierten Teile mit Zerschlagenheitsgefühl. Diese Empfindungsbild ähnelt der Blüte, deren schmale Blätter so aussehen, als seien sie zerschlagen worden. Weitere Leitsymptome sind: Schwäche nach passiven, also venösen Blutungen, die sowohl dunkel, aber auch hellrot sein können, wobei das Schwächegefühl größer empfunden wird, als dem realen Blutverlust entspricht. Schweregefühl im Bereich der gestauten Venen ist als typisches Symptom auch aufgezeichnet. Zwei weitere wesentliche und häufig beobachtete Leitsymptome sind Nasenbluten und Menorrhagien.

Inhaltstoffe:
Die Blätter und die Rinde enthalten viele Gerbstoffe, vor allem Hamamelitannin. Auch Saponin, Cholin, ätherisches Öl und geringe Mengen Vitamin C sind enthalten.

Anwendung:
Aufgestaute Emotionen, festgehaltenes Leiden können durch Hamamelis zur Auflösung gefördert werden, so dass frische erneuernde Energien wieder fließen können. Es sind seelische Konflikte, die erst einen großen Druck von außen brauchen, ehe sie angeschaut und dann losgelassen werden können.

Äußerlich als Umschlag oder Salbe und innerlich als Tinktur stellt Hamamelis eine wirkungsvolle Arznei dar bei: Hämorrhoiden, Varizen, Ulcus cruris, Analfissuren, aber auch bei Hämorrhagien, bei denen dunkle passive Blutungen vorliegen. Es können auch hellrote Blutungen passiver Art, wie Nasenbluten oder Menorrhagien erfolgreich behandelt werden. Auch bei Quetschungen und oberflächlichen Hautverletzungen kann Hamamelis als Salbe oder Umschlag erfolgreich eingesetzt werden. In der Homöopathie wird die Urtinktur bis Potenzstufe 2 bevorzugt eingesetzt.

Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon:
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