Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

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Weinraute (Ruta graveolens) - Signaturenlehre

Wehrhaftigkeit, Klarsicht, Schutz

Signaturenlehre Weinraute Ruta graveolens_220.jpg Abb: Weinraute (Ruta graveolens)
Signatur:                                                                                       

Die Weinraute gehört zur Familie der Rautengewächse. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 1 Meter. Ihre Wurzel ist holzig, der ästige Erdstock liegt schief im Boden. Sie ist wärmebedürftig und wächst gerne auf Kalkböden. Der Stängel steht aufrecht, ist meist nur am Grunde und in der gelben Trugdolde verzweigt. Die bleich grünen Sprosse sind mit punktförmig durchscheinenden Öldrüsen besetzt. Drüsig punktiert sind auch die löffelförmig ausgehöhlten Kronblätter, deren scharfer Geruch fäulnisliebende Fliegen anlockt, weshalb die Pflanze im Volksmund auch „Ekelblume“ genannt wird. Die Blätter sind dickfleischig, die Blüten grünlich und mit zahlreichen Öldrüsen bedeckt. Der Geruch ist stark, eigenartig aromatisch, der Geschmack bitter und scharf würzig. Der Geruch der Pflanze ist für Katzen und Ratten besonders unangenehm.

Tradition:                                                                                                                                                 

Die schön gestalteten Blätter der Weinaute gingen im Mittelalter in stilisierter Form in viele Adelswappen ein. Im Altertum, sowohl bei den Griechen als auch bei den Römern wurde die Heilkraft der Raute als Gegenmittel bei Vergiftungen durch Pflanzen oder Tiere erkannt. Im Capitulare von Karl dem Großen (13. Jh.) findet sie Erwähnung als Heilmittel. In der Schule von Salerno (13. Jh.) wurde sie als Gegenmittel von Vergiftungen und als Heilmittel für die Augen in Lehrsprüchen festgehalten. „Salbei mit Rauten machen den Becher sicher.“ Gemeint ist der Giftbecher, mit dem man unerwünschte Zeitgenossen aus dem Leben verschwinden lassen konnte. „Salbei mit Rauten, vermengt mit Wein, lassen dir den Trunk nicht schädlich sein.“ Weiter kann man dort erfahren: „Der Rauten Tugend ist, die Augen heiter machen, durch Hülf der Rauten sieht der Mensch die schärfsten Sachen.“

In Gärten pflanzte man die Weinraute, um giftiges Ungeziefer fern zu halten. Hippokrates gebrauchte die Weinraute als Ausleitungsmittel für Niere und Darm, auch milzreinigende Wirkung schrieb er ihr zu und setzte es darüber hinaus als uterusaustreibendes Mittel ein.

Paracelsus gebrauchte die Weinraute als Antiepileptikum, Abortivum, Emmenagogum und Anthelmintikum. Auch er fand es wirksam gegen Schlangenbisse. Hildegard von Bingen setzte die Weinraute gegen Sehschwäche ein. Lonicerus fügte als Indikationen noch Magenleiden mit Flatulenz und Aufstoßen hinzu. Auch bei schweren Geburten setzte er sie ein. Wegen seiner ausleitenden Wirkung setzte er es auch erfolgreich als Abmagerungsmittel ein und als Anaphrodisiakum. V. Haller rechnete die Raute zu den „zuverlässigsten Mitteln“, um Gifte auszuleiten. Hufeland gab es bei Dysmenorrhoe mit gutem Erfolg. Auch Pfarrer Kneipp schildert seine positiven Erfahrungen bei allen genannten Indikationen, besonders hilfreich fand er das Kraut bei Neigung zu Krampfzuständen. 1920 beschrieb Bohn die hilfreiche Wirkung der Weinraute auch bei Gelenkrheumatismus, rheumatischen Gliederschmerzen und als Muskelmittel.

Vorkommen:                                                                                                                                            

Die ursprüngliche Heimat der Weinraute ist Südeuropa. Sie wurde von den Benediktinern aus dem Mittelmeerraum eingeführt. Heute wird sie in ganz Mitteleuropa in Gärten kultiviert. In milden Gegenden wächst sie verwildert an steinigen Abhängen, in Weinbergen, Kiesgruben und kalkhaltigen Wiesen.

Inhaltsstoffe:                                                                                                                                        

Die Blätter enthalten ätherisches Öl mit betäubender Wirkung, dazu Rutin, Kumarine und über 40 Alkaloide. Weitere Inhaltsstoffe sind Vitamin C und Apfelsäure.

Indikationen:                                                                                                                                         

Menschen, deren Klarsicht getrübt, deren Bewusstsein eingenommen ist und die vor seelischen Angriffen gleichsam aus dem Hinterhalt heimgesucht wurden, kann die Weinraute helfen in der Bewältigung der Situation, damit eine innere Bereinigung stattfinden kann und sich wieder eine klare Unterscheidungskraft einstellen kann.

Ruta graveolens ist eines der wirksamsten Heilmittel bei Sehschwäche. Die durch Überanstrengung und Muskelermüdung entsteht. Sehstörungen, ausgelöst vor allem durch Augenüberlastung bei längerer Computerarbeit können erfolgreich mit Ruta behandelt werden. Auch bei Entzündungen am äußeren Auge wie Conjunctivitis und Blepharitis, sowie Katarakt ist es nützlich.

Bewährt ist Ruta auch bei Amenorrhoe und Dysmenorrhoe und bei allen Zuständen von Kongestionen, vor allem im Kopf, auch bei Schwindel ist es angezeigt. Ähnlich wie Arnika kann Ruta auch äußerlich bei Knöchelschwäche, nach Traumen der Knochen und der Knochenhaut, bei Verrenkungen und Verstauchungen angewendet werden.

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