Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

Inhalt:

Bergwohlverleih (Arnica montana) - Signaturenlehre

Schutz, Standfestigkeit, Konsolidierungskraft bei Verletzlichkeit.

Signaturenlehre_Bergwohlverleih_Arnica.jpg Abb: Arnica (Bergwohlverleih)
Signatur:

Arnica stammt aus der Familie der Korbblütler. Aus einem federkieldicken, außen bräunlichen, innen weißen Wurzelstock wächst eine 4-6 blättrige, flach ausgebreitete grundständige Rosette. Die Blätter sind länglich, verkehrt eiförmig, fast ganzrandig, meist fünfnervig und dicht mit kurzen Haaren überzogen. In der Mitte entspringt der 20-50 cm hohe, drüsig behaarte Stängel, der 1-2 Blattpaare und meist nur einen Blütenkopf trägt. Überhaupt ist die gesamte Pflanze flaumig behaart. Das Blütenkörbchen hat eine walzenförmige Hülle mit zweireihig angeordneten Blättchen. Die Randblüten sind zungenförmig, bräunlich bis gelb und enden gewöhnlich mit 2-3 kleinen Zähnchen. Sie enthalten meistens keine Staubgefäße. Die in der Mitte liegenden Scheibenblüten sind röhrenförmig. Aus der Blüte entwickeln sich einsamige Früchte, die einen Haarschopf tragen, der die Verbreitung durch den Wind begünstigt. Arnika wächst auf trockenem Moor, auf Waldwiesen, in Gebirgs- und Heidegegenden. Sie liebt sandigen und kalkarmen Boden.

Die äußeren Hüllblätter und die zungenförmigen Randblüten beschützen weich aber sicher die inneren röhrenförmigen Scheibenblüten. Dabei denkt man an die schützenden, aber elastischen Gefäßwände im Organismus, die das ungestörte Fließen des Lebenssaftes Blut ermöglichen. In der Natur wächst Arnika wild in kalkarmen Gegenden, wo die Trittsicherheit gefährdet ist und es leichter zu Verstauchungen oder Verletzungen kommt. Ihr Duft ist würzig aromatisch, sie schmeckt leicht bitter. Die Blütezeit ist Juni bis Juli.

Tradition:
Arnika, die im Volksmund auch die Johannesblume genannt wird, weil sie wegen ihrer Blütezeit und der Farbe als Sonnenwendpflanze betrachtet wird, wurde im Altertum in der Literatur nicht erwähnt. Bereits 1613 sind im Tabernae montanus die später angeführten und bis heute gültigen Anwendungsbereiche gegen Verletzungen erwähnt. Im Volksmund heißt die Arnika (Bergwohlverleih) deshalb auch Fallkraut. Bei Fehr (1663) liest man in der Heilanzeige: "Wo man sich weh getan, gefallen, verrenkt, verstaucht hat". Arnika war auch das letzte Heilmittel, das man dem sterbenden Goethe gereicht hat.

Im Mittelalter berichtet Matthiolus von dem Kraut, das als Pflaster aufgelegt "die Geschwulst sänftigen" soll. Weinman berichtet von den Heiltalenten der Wurzel bei Verrenkungen, wo sich das geronnene Blut abgesetzt hat. Er lobt es darüber hinaus bei allen Stagnationen des Blutes. Auch Haller beschreibt es als sicherstes Mittel, um geronnenes Blut im Körper zu verteilen. Im Heilmittelschatz Hufelands wird mehrfach die gute Wirkung bei Lähmungszuständen nach cerebrospinalen Erkrankungen beschrieben. Kötschau (1935) hält die Erinnerung an diese besondere Heilpflanze wach und lobt sie auch bei Angina pectoris und Arteriosklerose.

Vorkommen:
Sowohl in Zentraleuropa, als auch in Mittelasien und Nordamerika findet man Arnika auf Bergwiesen, Magerrasen und Torfmooren. In Deutschland steht Arnica montana unter Naturschutz.

Inhaltstoffe:
Ätherisches Öl mit antiseptischer und wundheilungsfördender Wirkung. Weiterhin finden sich Cumarine, Flavonoide, blutdrucksenkendes Cholin, ein stark hautreizendes Arnicin, Gerbstoffe und Wachs.

Bei der innerlichen Anwendung ist besondere Vorsicht geboten, da es zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen kann, weshalb Arnica auch seine besondere Bedeutung in der homöopathischen Therapie gewonnen hat. Äußerlich angewendet können allergische Hautreizungen auftreten.

Indikationen:

Arnika ist Mittel der Wahl bei allen Situationen, in denen der Organismus in allen seinen Wesensgliedern durch eine Verletzung in einen Schockzustand geraten ist, durch den die Lebensenergie und Säfte ins Stocken geraten sind. Hilfreich bei allen Menschen, die eine hohe seelische Verletzlichkeit haben und plötzliche Erschütterungen ertragen müssen, die sie in ihrer normalen innerlichen und äußeren Beweglichkeit lähmen.

Arnika ist ein Stimulans für das arterielle und venöse Gefäßsystem. Es ist sehr wirkungsvoll bei allen Folgen von Stich-, Stoß-  oder Schlagverletzungen, auch nach Operationen, nach denen im Wundbereich noch Reste von geronnenem Blut und Quetschungsfolgen bestehen. Arnika vermag Blut, das aus dem geschlossenen Gefäßsystem ins Gewebe oder in Körperhöhlen ausgetreten ist, schnell aufzulösen. Es ist die beste Soforthilfe bei Apoplexien oder Herzinfarkten. Auch bei Lähmungen nach Apoplexie ist es wirkungsvoll. Arnika führt zu einer schnellen Resorption von Hämatomen nach Quetschungen und stumpfen oder offenen Verletzungen, es hebt die schockbedingten Stasen auf. Alle arteriosklerotisch bedingten Durchblutungsstörungen, auch Angina pectoris vermag es günstig zu beeinflussen. Auch die inneren Verletzungen nach Abgang von Nierensteinen reagieren gut auf dieses Heilmittel.

Äußerlich angewendet ist es sehr bewährt bei Zerschlagenheitsgefühl, Knochenbrüchen, allen Hämatomen, Muskelschmerzen, auch bei Bursitis. Selbst bei Herpes kann Arnica äußerlich hilfreich sein.

Pharmakologisch gesichert ist die gefäßerweiternde Wirkung der Arnikawurzel.

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