Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

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Schöllkraut (Chelidonium majus) - Signaturenlehre

Klarsicht, Abgrenzung gegenüber inneren und äußeren Vergiftungen.

Signaturenlehre Schoellkraut Chelidonium majus.jpg Abb: Chelidonium majus
Signatur:                                                                                      

Das gelb blühende und in allen Pflanzenteilen giftige Kraut gehört in die Familie der Mohngewächse. Die Pflanze wächst je nach Standort 40 - 100 cm hoch.

Der stielrunde, behaarte Stängel steht aufrecht und ist zertstreut verzweigt. In der ganzen Pflanze strömt ein orangegelber Milchsaft, dessen Farbe wie frische gesunde Gallenflüssigkeit aussieht. Die Stängel sind wie ein festes Rohr, das den kostbaren inwendigen Strom des wirkungsvollen Saftes beschützt. Die zarten Blätter sind unterseits blau, oberseits dunkelgrün. Sie sind in unterschiedlicher Form gefiedert. Die kleinen, gelben Blüten stehen zu zwei bis sechs in lockeren Dolden. Die Blütenstiele senken sich bei Nacht und bei Regen ab. Sie ziehen sich mit ihren zarten Blüten in den üppigen beschützenden Blätterwald zurück. Die Hauptblütezeit ist Mai bis Oktober.

Das Schöllkraut ist ein sogenannter „Ameisenwanderer“. An seinen kleinen schwarzen Samen hängt eine weiße Samenschwiele, die von den Ameisen gerne verzehrt wird. Diese emsigen Tiere verschleppen den Samen in der Umgebung. Sie beißen in Ruhe die Schwiele ab und lassen den Samen liegen. So geraten die Samen auch in Spalten senkrechter Mauern, wo sie keimen können. Schöllkraut ist also eine anspruchslose und ausdauernde Pflanze. Ihre wirklichen starken Wirkkräfte übernimmt sie in aller äußeren Unscheinbarkeit.

Tradition:                                                                                                                                                  

Im Volksmund heißt das Schöllkraut auch „Warzenkraut“ oder „Krätzenkraut“, weil sich die erfolgreiche Wirkung des gelben Milchsaftes bei Warzen und ähnlichen Dermatosen sehr bewährt hat. Der botanische Name "Chelidonium" stammt vom griechischen Wort "chelidon" ab, das "Schwalbe" bedeutet. Nach Dioscurides hat die Pflanze ihren Namen, weil die jungen blinden Schwalben von ihren Eltern mit dem Saft geheilt würden. Dioscurides hielt fest: „Der mit Honig gemischte und in einem ehernen Gefäß über Kohlen gekochte Saft dient zur Schärfe des Gesichtes. Die Wurzel, mit Anis und Weißwein getrunken, heilt die Gelbsucht und mit Wein als Umschlag Bläschenausschlag.

In der Schule von Salerno lernen wir: „Schöllkraut ist den Augen gesund, das wird uns von den Schwalben kund.“ Im Mittelalter fand das Schöllkraut viel Verwendung bei Gelbsucht. Äußerlich wurden Extrakte aus dem Saft zum Vertreiben der Warzen gebraucht. In Russland wird es in den letzten Jahrzehnten auch bei Krebsleiden parenteral eingesetzt. Albrecht Dürer wurde mit diesem Heilkraut von den Folgen einer schweren Malaria mit Leberschwäche und Milzschwellung geheilt. In der Albertina hängt ein Selbstbildnis des Künstlers, auf dem er mit seinem Finger auf die schmerzende Stelle (Milzregion) zeigt und auf die Heilkraft des Schöllkrauts dankbar hinweist.

Hildegard von Bingen setzte Chelidonium zur Reinigung von Speichel und Schleim ein. Paracelsus nutzte es als Gallemittel und bei Gelbsucht. Bock lobte Chelidoniumwurzelsaft als „köstliche Augenarznei“.  Matthiolus weist zusätzlich auf die gute Wirkung bei Wechselfieber hin, die wir schon im Falle Dürers dokumentiert finden. Einigen Erfahrungsberichten aus dem 20. Jahrhundert zu Folge ist es ein bewährtes Mittel bei Cholecystitis, dort eben, wo der gelbe Milchsaft nicht mehr fließt.

Vorkommen:                                                                                                                                                

Schöllkraut ist in ganz Europa heimisch. Es wächst auch in Mittel- und Nordasien. Man findet es vor allem in der Nähe von Häusern, an Mauern und Wegrändern und auf Schuttplätzen, also in Regionen, wo sich der Mensch mit seinen Abfällen in sein Umfeld verstreut.

Inhaltstoffe:                                                                                                                                                 

Neben ca. 30 Alkaloiden ist das hauptwirksame Alkaloid das Coptisin. Weiterhin findet sich das Zellgift Chelerythrin. Daneben finden sich Karotinoide, Chelidonsäure, Bitterstoffe, Pflanzensäuren wie Apfel- und Zitronensäure, Saponine und Flavonoide. Der gelbe Pflanzensaft enthält eiweißspaltende Enzyme.

Indikationen:                                                                                                                                          

Die Heilpflanze ist bei allen seelischen Schwächen bereinigend und regenerativ wirksam, die durch vergiftende und destruktive seelische Belastungen entstanden sind oder auch durch unterdrückte Aggressionen zu autoaggressiven psychischen Verhaltensweisen führen.

Körperlich wird Chelidonium bei spastischen Oberbauchbeschwerden, Stauungszuständen im Bereich der Galle und ihrer Gänge, Leberintoxikationen und Gelbsucht verwendet. Äußerlich ist der Milchsaft wirksam gegen Warzen, wohl bedingt durch die zellteilungshemmenden und hautreizenden Eigenschaften der enthaltenen Enzyme.

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