Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

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Bryonia (Zaunrübe) - Signaturenlehre

Vermittelt Halt, dämmt Überschießendes ein, beschützt Zartes

Signaturenlehre Zaunruebe Bryonia.jpg Abb: Bryonia (Zaunrübe)
Signatur:                                                                                    

Die Heilpflanze zeigt eine rübenartig verdickte Grundachse in ihrer Wurzel. Diese ist hellgelb und erreicht die Dicke einer Runkelrübe. Aus ihr sprossen zahlreiche rauhaarige Stängel hervor, die mit einfachen Ranken klettern und sich um Äste oder Zäune wickeln. Sie wird bis 4 Meter lang und besitzt Laubblätter, die in fünf dreieckige, scharf gezähnte Lappen geteilt sind. Die Blüten sind eingeschlechtlich, die männlichen als Trauben, die weiblichen als Büschel entfaltet. Die männlichen sind größer und augenfälliger. Die Früchte sind schwarz, kugelig und werden durch Vögel verbreitet, die die schwarzen Beeren fressen. Die Blütezeit ist von Juni bis Juli. Wenn man die Sicherheit betrachtet, mit der die Zaunrübe sich mit ihren Ranken Halt verschafft, um wachsen zu können und bedenkt, dass dies trotz der eigenen Zartheit zu mächtigem Wuchs führt, dann versteht man aus dieser Signatur heraus, dass sie sicheren Halt für „Dünnhäutige“ vermitteln kann und überall hilfreich sein wird, wo die dünnen Häute ausgeufert sind und wo der innere Halt überfordert wurde.

Tradition:                                                                                                                                                           

Bryonia war den Ärzten der Antike bekannt. Schon bei Dioskurides und Hippokrates findet diese Heilpflanze Erwähnung und Anwendung unter anderem in der Gynäkologie, aber auch bei Epilepsie und Schlaganfällen kam sie zum Einsatz. Er fand die Zaunrübe auch hilfreich bei Mastdarmvorfall, wobei er die Arznei der frischen Wurzel mit Mehl und Öl vermengte. Die gleiche Form der Zubereitung wurde auch für Pessare benutzt bei Gebärmutterleiden.

Mit den Früchten wurden in der Antike Haare auf der Haut mit Erfolg entfernt. Asklepios empfahl sie gegen Asthma und Wassersucht. Die heilige Hildegard nannte sie „Stichwurz“ wegen ihrer Wirkung bei Seitenstechen. Sie schätzte die Wirkung der Zaunrübe auch bei Leibschmerzen, die durch Meteorismus ausgelöst werden. Bock lobt sie als das beste Mittel gegen die „zähen Phlegmata“, um ausleitende und purgierende, geschwüreröffnende Wirkungen zu erzielen und auch hautreinigende Effekte damit zu erlangen. Matthiolus empfiehlt das Mittel ebenfalls bei unreinen Wunden. Von Haller rühmt die „zerteilende Kraft der Wurzel, die nicht nur das geronnene Blut zerteile, sondern zur Reinigung bösartiger fistulöser Geschwüre wie auch von außen zugänglicher Organe, wie z.B. maligne Geschwüre gute Dienste leiste.“ Vielleicht erklärt sich daraus der französische Name für die Zaunrübe. Dort nennt man sie „herbe aux femmes battues.“ (Kraut der geschlagenen Frauen).

Übereinstimmend sind die Berichte über die Ausleitung von Schleim und Feuchtigkeit, die diese Heilpflanze bewirkt. Ebenso gleichlautend waren die Berichte von der Antike bis zum Mittelalter, welche die Zaunrübe als Mittel ansahen, das man bei Epilepsie, Schwindel und Geistesgestörtheit sowie Hysterie hilfreich einsetzen konnte. Als Purgans fand es auch in England und in der tschechischen Volksmedizin Anerkennung. In ganz Europa fand die Zaunrübe bei rheumatischen und gichtigen Beschwerden ihre verbreitete Anwendung.

Vorkommen:
Beheimatet ist die Zaunrübe in den nordöstlichen europäischen Ländern, aber auch in den östlichen Mittelmeerländern. Sie wächst bevorzugt an feuchten Stellen in der Nähe von Hecken und Zäunen, in Gebüschen und an Weingartenrändern. Die Wirkung als Aphrodisiakum wurde im Mittelalter gepriesen. Wegen ihrer auffälligen Wurzelform wurde sie statt Mandragora als Alraun gebraucht.

Inhaltsstoffe:
Bryonia enthält vorwiegend zwei Glycoside: Bryonin und Bryonidin

Anwendung:
Besonders für „dünnhäutige“ Menschen, die keinen Widerspruch vertragen, leicht mürrisch werden und schnell überfordert sind, ist Bryonia eine wertvolle Hilfe, die inneren Halt vermitteln kann. Es sind Menschen, die Angst haben, mit dem Leben nicht mehr zurecht zu kommen, keinen sicheren Halt finden können und deshalb auch leicht aus der Haut fahren.

Bryonia ist ein Hauptmittel in der homöopathischen Schule bei Erkrankungen der serösen Häute (der zarten inneren Häute), insbesondere im Stadium der Exsudation. Als Mittel der ersten Wahl gilt es deshalb bei Pleuritis, Pleuropneumonie, Appendizitis und Peritonitis. Ein sehr beliebtes Mittel ist es zudem bei Leiden auf rheumatisch-gichtiger Grundlage. Bei heftigen Rückenschmerzen und Lumbagoanfällen ist es sicher wirksam. Auch bei Magenbeschwerden, Leber-/Galleleiden und Dyspepsie leistet es wertvolle Hilfe.

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