Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

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Artischocke (Cynara scolymus) - Signaturenlehre

Fülle bis Maßlosigkeit.

Signaturenlehre Artischocke Cynara sconlymus.jpg Abb: Artischocke (Cynara scolymus)
Wesen:

Die Ambivalenz zwischen Ausschweifung und Selbstbeschränkung wird durch die Wirkkraft der Artischocke ausgeglichen. Allzu Erdhaftes kann erhöht werden.

Signatur:
Cynara ist ein Korbblütler, der bis zu 1,5 m hoch aus einem kräftigen Wurzelstock wächst. Die Gestalt der Artischocke ist massig und ausladend. Ihre doppelt fiederschnittig geteilten Blätter unterstreichen diese expansive Wucht. Sie sind distelartig und auf der Unterseite filzig weiß behaart. Der üppige Blütenkorb ist schwer und sitzt auf einem fleischigen Blütenboden, der den Feinschmeckern wohl mundet. Die zahlreichen Hüllblätter schaffen dem Blütenkorb einen sicheren Halt. Innen sind diese Hüllblätter fleischig und dienen kurz vor der Blüte geerntet als delikates Gemüse. Das Blatt sieht strotzend aus, ist voller Saftigkeit und eigentlich eher von geringerer Festigkeit. Es lässt sich mühelos zwischen den Fingern zerreiben und zur Auflösung bringen. Auf der Blattoberseite sitzen Drüsen, deren Haare die bitter schmeckenden Sesquiterpenlactone sezernieren, die beim kräftigen Anfassen eine wachsartige, zusammenziehende Substanz auf den Händen hinterlassen. Diese Drüsenprodukte werden vom Regenwasser mühelos abgespült.

Die zusammenziehende Wirkung steht im Widerspruch zu der eher expansiven Üppigkeit der Pflanze. Die Artischocke wird gleichsam von außen durch diesen zusammenziehenden Mantel aus Bitterstoffen und Gerbsäure in ihrer Üppigkeit gezügelt. Die scheinbare Maßlosigkeit der Blüte wird ebenfalls von den recht zähen Hüllblättern im Zaum gehalten. Im Knospenstadium ist die Blüte vollständig im Mantel der Hüllblätter geborgen. In der vollen Blüte sorgt ein Kranz aus Hüllblättern für einen begrenzten Raum für die üppigen violetten Blütenhaare. Überall in den Ausgestaltungen der Artischocke begegnen wir den reichen, aber auch gemäßigten formbildenden und strukturgebenden Kräften. Sie halten ein Gleichmaß zwischen strömender Lebenskraft und begrenzender Strukturverhärtung.

Tradition:
Nach dem hippokratischen Prinzip: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein“, wurde die Artischocke schon im Altertum vor allem im Mittelmeerraum als Delikatesse mit günstigen verdauungsfördernden Eigenschaften genutzt. Man wusste bereits um ihre Wirkung gegen erstarrende Alterungsprozesse und Versteinerungen. Aufgrund ihrer großen Beliebtheit wurde sie deshalb auch schon früh kultiviert. In Frankreich fehlt sie bis heute bei keiner Gourmet Mahlzeit. Inzwischen ist sie weltweit auf allen Speisekarten zu finden. In der Volksmedizin wird der Artischockensaft bei allen Leber/Gallestörungen als hilfreich angesehen und wird vor allem auch im Frühjahr bei Entschlackungskuren häufig eingesetzt.

Vorkommen:
Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum. Heutzutage wird die Artischocke in Südeuropa und in Amerika als Kulturpflanze angebaut.

Inhaltsstoffe:
Die Artischocke ist reich an Bitterstoffen, die sich in allen Teilen der Pflanze befinden. Weiterhin ist sie reich an Gerbstoffen (Kaffeesäure), enthält Inulin, Flavonoide und Monosaccharide.

Indikationen:
Ein zu starker Expansionsdrang kann gezügelt werden und zugleich kann eine zu starke beschränkende Erstarrung gelöst werden.

Aufgrund der Bitterstoffe regt die Artischocke die Verdauungssäfte, speziell die Gallensäuren an und unterstützt die Gallenabsonderung aus der Leber. Die Gallenblase entleert sich leichter, wodurch Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen beseitigt werden. Die Artischocke unterstützt den Leberstoffwechsel und trägt dadurch dazu bei die Cholesterin- und Blutfettwerte zu senken. Nicht zu unterschätzen ist die langfristige Wirkung der Artischocke bei allen sklerosierenden Prozessen in den Gefäßen. Bei Gallensteinen muss die Indikation und Dosierung streng geprüft werden.

Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon:
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