Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

Inhalt:

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) - Signaturenlehre

Sammlung, Selbstkontrolle, Aufrichtungsvermögen

Signaturenlehre Rosskastanie Aesculus hippocastanum.jpg Abb: Aesculus hippocastanum
Wesen:

Die Rosskastanie kann Prozesse, die sich in einer Veräußerlichung verlieren, dem inneren Lebensstrom wieder zuführen und damit der Selbstkontrolle wieder zugänglich machen. Unruhige, sich in der Peripherie verlierende Gedanken werden wieder zentriert und gesammelt. Entsprechend dieser Wesensart vermag die Arzneiwirkung auf der körperlichen Ebene das venöse Blut gegen die Schwerkraft in der Vertikalen aufzurichten und peripher versacktes, gestautes Blut in den geordneten Kreislauf zurückführen. Die Wesensart von Aesculus können wir aus der Signatur erahnen.

Signatur:
Die Rosskastanie ist ein bis zu 30 m hoher, stattlicher Baum. Seine Heimat ist Nordgriechenland und der Kaukasus. Durch Kultivierung ist er inzwischen in ganz Europa verbreitet. Die schön gewölbte Krone des Kastanienbaumes ist im Sommer besonders dicht. Deshalb ist sie der ideale Schattenspender für Gartenrestaurants. Die Borke ist graubraun und blättert in dünnen Schuppen ab.

Charakteristisch sind die dicken, kegelförmigen und stark klebrigen Knospen, die sich schon im Januar ausbilden. Öffnen sie sich dann im Frühjahr, so entlassen sie wahrlich voluminöse Blätter aus ihrer Umhüllung. An dem nach oben gerichteten Stiel hängen große 5 - 7 fingrige Teilblätter schlaff und kraftlos nach unten. Dies erinnert an Marionetten, die nur an einem zentralen Stiel gehalten werden. Dieser scheinbar mangelnde Turgor wird langsam von aufrichtenden Kräften überwunden, die die Blätter wie an einem Faden in die waagrechte Form zu heben scheinen. So können sie sich dann voll dem Sonnenlicht zuwenden. Die Blätter haben eine länglich eiförmige Gestalt und sind handförmig mit 5 - 7 Teilblättern ausgestattet. Im peripheren Drittel sind sie am breitesten. Die Blüten stehen steif in aufrechten Rispen. Einen feierlichen Anblick bietet der weiße Blütenkerzenschmuck, der in den Frühling hinaus strahlt und unser Herz erfreut. Der Blütenkelch ist ungleich fünflappig, von meist 5 weißen Kronenblättern ummantelt, die erst ein gelbes, später ein rotes Saftmal aufweisen. Unser Auge erblickt leuchtende rote und gelbe Farbtupfer im Blütenschlund der üppigen Blütenkerzen.

Die Blütezeit ist Mai bis Juni. Im Herbst reifen die Früchte. Gelbgrüne, kugelige, weichschalige Kapseln mit einem Durchmesser von etwa 6 cm bergen den Samen. Die prallen, braunen, glänzenden Kastanien, die mit einem gelblich weißen Nabelfleck versehen sind, erfreuen alle Kinder. Leider verblasst der Glanz der frisch aus der Fruchtschale geschlüpfte Samen rasch. Seine Wirkung zentriert sich wohl im Inneren, in die Außenwelt entlassen verliert er schnell seine Wirkung.

So erkennen wir in der Signatur der Rosskastanie starke aufrichtende Kräfte. Durch ihren Turgor werden die Blattgerüste zum Licht gehoben. In der standhaft zentrierten Blütenkerze zeigen sich zentral kontrollierende Impulse und zugleich die Durchdringungsfähigkeit eines eher schattenreichen Innenraumes aus dunkelgrünem Laub. Trotz allem erfreut die Rosskastanie mit leuchtendem Blütenzauber und spiegelndem Glanz (Samen).

Tradition:
Die erste Beschreibung und Abbildung der Rosskastanie findet sich bei Matthiolus 1565. Man setzte die Rosskastanie zur damaligen Zeit für dämpfige Pferde ein. Im 19. Jahrhundert gab Clarus sie als Adstringens. Rindenbestandteile von Aesculus wurden bei Sumpfwechselfieber gebraucht.

De Vevey, ein französischer Arzt, beschreibt mehrfach die gute Wirkung bei Hämorrhoiden und Varizen. Auch bei Ösophagusvarizen sah er eine abschwellende Wirkung. Die Wirkung von Aesculus wird durch die Saponine erklärt, die eine hämolysierende Wirkung haben und die Viskosität des venösen Blutes herabsetzen. In der Volksmedizin wurden die Rosskastanien bei Hämorrhoidalblutungen und Uterusblutungen verwendet.

Hahnemann gab niedrige homöopathische Potenzen bei Hämorrhoiden, aber auch bei gichtig-rheumatischen Beschwerden. Der Volksbrauch, bei diesen Krankheitserscheinungen Kastanien in der Tasche zu tragen, hat sich bis heute erhalten.

Inhaltsstoffe:
Das Saponinglykosid "Aescin", die Cumarinderivate "Aesculin" und "Fraxin", Gerbstoffe, Pektin. In den Samen zusätzlich auch Bitterstoffe

Anwendung:
Bevorzugtes Heilmittel bei Hämorrhoidalleiden, bei Pfortaderstauung und Ösophagusvarizen. Generell ist Aesculus bei Krampfadern und den damit verbundenen Beschwerden, wie schwere Beine und Wadenkrämpfe angezeigt. Auch bei venös bedingtem Ulcus cruris ist es nützlich. Selbst bei posttraumatischen Weichteilschwellungen kann es hilfreich sein. Auch die Indikation Lenden- und Kreuzbeinschmerz wird immer wieder hervorgehoben.

Auf der seelischen Ebene hat diese Heilpflanze eine zentrierende und ordnende Wirkkraft. Sie ist also angezeigt, wenn man seine Mitte bzw. seine Zielrichtung verloren hat. Man driftet in äußerliche und unwichtige Dinge ab und nimmt die vorwärts gerichteten Kräfte nicht mehr wahr.

Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon:
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