Kommt bei Homöopathie die Wirkung durch den Glauben? Umgekehrt.

Inhalt:

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) - Signaturenlehre

Atem schöpfen, Erneuerung, Vereinigung von Zwillingskräften

Signaturenlehre Lungenkraut Pulmonaria officinalis.jpg Abb: Lungenkraut (Pulmonaria off.)
Wesen:

Das Lungenkraut ist eine Pflanze, die im Frühjahr unsere Mischwälder mit dem wechselnden Farbenspiel ihrer glockenförmigen Blüten schmückt. Diese leuchten beim Aufbrechen zunächst rosa bis rot und wandeln allmählich ihr Farbenkleid in violett bis blau. Pulmonaria vermittelt uns den harmonischen Austausch zweier Strahlungskräfte, die sich ergänzend ablösen. Auf jedem Blütenstand sehen wir nebeneinander beide Farben und ihre zarten Übergänge.

Wenn sich im Menschen eine der beiden polaren Wesenskräfte aufstaut und den Übergang in eine Gegenbewegung nicht zulässt, wo also Belastung und Entlastung, Aufnahme und Abgabe nicht in harmonischer Balance sind, ist diese Heilpflanze hilfreich.

Wo drückt sich dieser Vorgang trefflicher aus als in unserer Atmung, die, wie Goethe sagt, von zweierlei Gnaden getragen wird, der Einatmung und der Ausatmung. In unserer Lunge liegen der rhythmisch und lautlos sich vollziehende Austausch von blauem, verbrauchten Blut in das frische, sauerstoffreiche, hellrote Blut dicht nebeneinander. Wenn man die Alveolen genauer betrachtet, dann haben sie, wie die Blüten des Lungenkrautes, ein Glockenform.

Signatur:
Bezogen auf die Signatur erinnern die weißen Flecken auf der Oberseite ihrer grundständigen Blätter an eine „fleckige“, tuberkulöse Lunge. In anderen europäischen Ländern wird sie auch als „Unserer lieben Frauen Milchkraut“ bezeichnet. Dieser Name ergibt sich aus dem früher verbreiteten Glauben, dass die Muttermilch der Mutter Jesu auf die Blätter getropft sei.

Das Lungenkraut stammt aus der Familie der Borretschgewächse. Es ist eine außerordentlich ausdauernde Pflanze mit einem kriechenden, walzenförmigen Wurzelstock. Sie gedeiht bevorzugt auf kalkreichen, aber auch kalkarmen Böden, in feuchtem Grund. Im März und April treibt es eine Rosette aus, die aus gestielten, eiförmigen, sehr stark rauh behaarten Blättern besteht. Gleichzeitig entwickeln sich etwa 20 - 30 cm hohe Blütensprossen. Die anfangs rosa, später violetten Blüten sind zu Doppelwickeln vereinigt. Blattstiel und Sprossen sind dicht drüsig behaart. Dies erinnert an die innere Schleimhautbeschaffenheit des Bronchialsystems.

Die silbrig-weißen Flecken auf der Blattoberfläche sind als besondere Anpassung an zu starke Verdunstung und Wärmestrahlung zu verstehen. Dies erinnert an die wichtige Benetzung der Bronchialschleimhaut durch die Surfactant-Einrichtung und die komplizierten Clearance-Funktionen des Flimmerhaarbesatzes, damit die atmungsaktiven Oberflächen funktionstüchtig bleiben. Die Droge ist geruchlos und schmeckt schleimig.

Tradition:
Bei Paracelsus und der heiligen Hildegard von Bingen wird Pulmonaria als Lungenmittel erwähnt. Die ersten Zeichnungen und Beschreibungen des Lungenkrautes finden wir bei Matthiolus im 16. Jahrhundert. Er rühmt die von ihm selbst erprobte Arznei als „treffentliche Hülff“ bei Bluthusten. Ruelius, ein anderer Botaniker aus dem gleichen Jahrhundert, empfiehlt das Heilmittel bei Lungenschwindsucht. Im 19. Jahrhundert wird sie von Gmelin ebenfalls bei Tuberkulose empfohlen. Hofrat Pitschaft, ein Mitarbeiter von Hufeland, lobt die Heilpflanze als vorzügliches Mittel bei Lungenkatarrhen und Hämoptoe.

Inhaltsstoffe:
Schleimstoffe, Saponine, Gerbstoffe, Vitamin C, Mineralstoffe, Kieselsäure

Anwendung:
Als Schleimpflanze eignet sie sich bei allen entzündlichen Prozessen im Bereich der Atemwege, wie beispielsweise Bronchitis. Auch bei Emphysembronchitis ist das Lungenkraut wegen seines Gehaltes an gewebsstraffender Kieselsäure geeignet. Bei Lungentuberkulose oder Pertussis mit Hämoptoe hat sie sich bewährt. Pulmonaria wird meistens in Mischungen mit anderen Kräutern angewendet, die sich heilend auf Bronchial- und Lungenerkrankungen auswirken, wie Plantago, Malve und Equisetum.

Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon:
In der Kategorie Signaturenlehre steht Ihnen eine breite Auswahl an Heilpflanzenbeschreibungen zur Verfügung. Das PEKANA Signaturenlehre Lexikon wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und erweitert.

  1. Zurück zur Übersicht
  2. Seite drucken

Copyright:

© 2009 – 2017, PEKANA

Fußnavigation:

Kontaktinformationen:

PEKANA Naturheilmittel GmbH
Raiffeisenstraße 15, D-88353 Kißlegg, Telefon +49 (0)75 63 9 11 60, Fax +49 (0)75 63 28 62
www.pekana.de, info@pekana.com